hintergrund modul banner trenner

Eine Reise wert: Das MIM-Museum Beirut 

Seit Oktober 2013 gab es Hinweise auf ein neues Mineralienmuseum in Beirut/Libanon. Es war zuerst schwer zu glauben, dass in einem Land des Nahen Ostens, das von schrecklichen Kriegswirren umgeben ist und das weder für mineralogische Fundstellen noch für besondere Sammelaktivitäten bekannt war, jemand den Mut für ein neues Museum aufbrachte. Erste Fotos, die in facebook einzusehen waren, zeigten außerordentlich gut ausgebildete Mineralstufen. Der Bericht in Lapis 2/2014 enthielt dann detaillierte Hinweise über den Umfang und das Niveau der im MIM-Museum ausgestellten Objekte. Der leidenschaftliche Sammler Salim Eddé hatte es sich zur Aufgabe gemacht, eine fachlich strukturierte Kollektion aufzubauen. Aber er wollte nicht, wie häufig bei wissenschaftlichen Ausstellungen üblich, die Sammlung nur mit „guten“ Objekten ausstatten, sondern ausschließlich solche mit Weltklasse-Niveau präsentieren. Das Museum sollte den naturkundlich Interessierten aus dem Libanon und umgebenden Ländern des Nahen Osten, aber auch Schülern und Studenten, die Möglichkeit geben, sich für die Bedeutung und Ästhetik der Mineralstufen als einzigartige Naturobjekte zu interessieren.
Für den ernsthaften Sammler stellt sich die Frage, ob es sich lohnt, einmal nach Beirut zu reisen, um das Museum zu besuchen. Wie hoch sind die Kosten und ist es vielleicht sogar gefährlich? Lapis-Autor Berthold Ottens ging diesen Fragen nach, reiste nach Beirut und erlebte einen begeisternden Museumsbesuch.
Das Museum verfügt nur über eine Fläche von 1300 m2, was relativ gering erscheint. Doch die geschickte räumliche Gestaltung erlaubt eine genussvolle Betrachtung aller Exponate. Die hervorragende Ausstellungstechnik wurde von Uwe Reier, demselben Vitrinenbauer, der auch die Vitrinen für das Museum Terra mineralia in Freiberg gebaut hat, geliefert. Das MIM-Museum veröffentlicht täglich auf facebook ein Foto von jeweils einem seiner Objekte. Die sehr guten Fotos lassen die Qualität der einzelnen Mineralstufen zwar erahnen, können aber ihre wahre Ästhetik und Qualität nicht vollumfänglich wiedergeben. Salim Eddé erwirbt gezielt nur solche Objekte, die bewusst eine Ergänzung seiner Systematiksammlung auf höchstem Niveau bedeuten. Es besteht kein Interesse, mehrere ähnliche Stücke vom selben Fundort in die Sammlung aufzunehmen. Es ist ein Genuss, viele Mineralarten als relativ große Exponate bestaunen zu können. Aber auch sehr seltene Spezies werden in ansprechender Größe und Qualität präsentiert. Insgesamt enthält die Sammlung, die komplett ausgestellt ist, ca. 1600 Stufen von 380 verschiedenen Mineralarten.
Der Hauptbereich der MIM-Sammlung gilt der Systematik auf kristallchemischer Basis. Eine kleinere Abteilung ist nach Kontinenten und Ländern geordnet. Eine Schatzkammer, ähnlich wie in der Terra mineralia, zeigt hochwertige, maximal 20 cm große Kristalle und Kristallgruppen. Sie runden mit der sogenannten „Trophy“-Schau mehrerer weltbester Stufen die Ausstellung ab. Hinsichtlich der Beschriftung werden für jede Stufe nur der Mineralname, das Fundortland und die chemische Formel angegeben. Wer sich darüber hinaus informieren will, kann die modernen, großflächigen und interaktiv zu bedienenden Displays benutzen.
Der Kern des Museums sind natürlich die Mineralien selbst. Es fällt schwer, etwas herauszuheben, denn es hat einfach zu viele hochkarätige Stufen. Für die Klassiker wäre zum Beispiel der 17,8 cm hohe Whewellit aus Hartenstein zu nennen. Galenit aus Neudorf, Akanthit aus Freiberg und weitere seltene Mineralien zählen zu den Vertretern aus Deutschland. Extrem gut ausgebildete, große violette Apatite von Panasqueira aus Portugal oder die stengeligen Apatitverwachsungen von Lavra do Sapo in Brasilien sind ein typisches Beispiel für wenige, aber unterschiedlich ausgebildete Vertreter einer Mineralart. Aus Indien wird eine unglaubliche Großstufe mit 22 Powellitkistallen bis 3 cm Durchmesser präsentiert. Aus China sind nicht nur einige Fluorit-Prachtexemplare sondern auch Bournonit, Helvin, Antimonit und weitere in höchster Perfektion ausgestellt. Für nahezu alle Objekte gilt eine Prädikatsbeurteilung.
Doch so imposant ein solches Museum auch sein mag, lohnt sich die Reise? Wer rechtzeitig plant und sich nicht gerade eine besondere Reisesaison auswählt, kann mit der MEA (Middle East Airline) schon für 280 Euro von Frankfurt nach Beirut und zurück fliegen. Das Hotel Smallville, für das vom MIM-Museum ein besonderer Tarif vereinbart wurde, liegt nur fünf Minuten vom Museum entfernt. Im Hinblick auf einen Aufenthalt für Touristen ist Beirut unproblematisch. Englisch oder Französisch sind selbstverständlich und man darf nicht vergessen, wie groß der Einfluss französischer Kultur im Libanon ist. Die Atmosphäre der Stadt wird durch das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen sowie die wirtschaftliche Prosperität geprägt. Der Eigentümer des Museums und passionierte Sammler Salim Eddé, spricht übrigens sehr gut deutsch und ist häufig im Museum anwesend. Wer das Glück hat, von ihm selbst durch das Museum geführt zu werden, wird von seiner Begeisterung angesteckt.
Die Spuren des Bürgerkriegs (1975-1990) sind in der Stadt weitgehend verschwunden. Beirut ist eine pulsierende Großstadt, die auch kulturelle Besonderheiten, wie das bemerkenswerte Nationalmuseum in unmittelbarer Nähe zum MIM-Museum beherbergt. Wer sich für einen Besuch des MIM-Museums interessiert, kann sich gerne an den Autor wenden, um weitere Informationen zu erhalten.
Berthold Ottens, Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Wahrzeichen im Stadtzentrum von Beirut: Die Mohammed-al-Amin-Moschee. Foto: Berthold Ottens    Riesig: Parkettiertes tiefgrünes Fluorit-Oktaeder (15 cm!) auf Stengelquarz-Matrix. Ninghua, Präfektur Sanming, Provinz Fujian, China. 23 cm hohe Stufe. Sammlung MIM Museum – Salim Eddé, Foto: James Elliott

Für die Großansicht und Infos Bitte Fotos anklicken.

 

 

 

Zur aktuellen Ausgabe

facebook logo

Aus unserem Sortiment

Frontpage Slideshow | Copyright © 2006-2011 JoomlaWorks Ltd.

Besuchen Sie Lapis auf folgenden Börsen:

 

 

Mineralien & Zubehör

Kontakt  Impressum  Datenschutz  AGB                                                                                                                                
       

Copyright © 2012 C.Weise Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen Datenschutzerklärung