Riesenkristalle vom Planggenstock kommen nach Bern
Im Jahr 2006 haben die beiden Berufsstrahler Franz von Arx (Gurtnellen/UR) und Paul von Känel (Reichenbach/BE) am Planggenstock auf der Göscheneralp im Schweizer Kanton Uri aus zwei enormen Hohlräumen in einem seit 1994 erschlossenen Kluftsystem alpine Bergkristalle in sensatio-neller Größe und Qualität geborgen (→Lapis 7-8/2007). Im Jahr 2008 gelang ein weiterer Glücksfund. Dabei handelt es sich um die beiden größten Schweizer Kristallfunde seit mindestens 300 Jahren. Bis Ende Oktober 2009 waren die Kristalle des 2006er Fundes in der Dorfkirche Flüelen/Uri ausgestellt.
Am 16. Dezember 2009 hat die Burgergemeinde Bern dem Ankauf des gesamten Fundes von 2006 zugestimmt – fast 50 Bergkristalle und Kristallgruppen mit einem Gewicht von über zwei Tonnen, dazu gut 20 große rosafarbene Fluoritkristalle. Damit ist eine permanente Ausstellung im Naturhistorischen Museum der Stadt Bern gesichert, die im Mai 2011 eröffnet werden soll.
Das Naturhistorische Museum Bern dokumentiert und bewahrt seit Jahrzehnten die wichtigsten alpinen Kristallfunde und besitzt eine der weltweit besten Sammlungen alpiner Kluftmineralien. Dank dem positiven Abstimmungsresultat und großzügigen Beiträgen von institutionellen und privaten Spendern investiert es in die Zukunft seiner Sammlung. Der Aspekt, dass ein solch bedeutender Fund in der Schweiz verbleiben und öffentlich zugänglich gemacht werden kann, war ein weiterer wichtiger Grund für den Ankauf.
Die Kosten des Projekts – Ankauf, Umbauten, Ausstellungsgestaltung – betragen maximal sechs Millionen Schweizerfranken, davon 4,5 Millionen (rund 3 Mio. €) als Kaufsumme für die Kristalle. Neben dem Beitrag der Burgergemeinde (4 Mio. sFr) sind namhafte Beiträge vom Lotteriefonds des Kantons Bern, von institutionellen Geldgebern sowie zahlreichen privaten Gönnern zugesichert. Eine weitere Million wird über den Legatenfonds des Museums finanziert.
Als echter Publikumsmagnet werden die neuen Riesenkristalle den Tourismus in Bern nun schon bald um eine weitere, international bedeutende Attraktion bereichern.

Paul von Känel und Franz von Arx mit ihrem besten Bergkristall vom Planggenstock. Der gesamte 2006er Fund – rund zwei Tonnen feinster Bergkristalle und etliche große Rosafluorite – geht jetzt für umgerechnet rund drei Millionen Euro an das Naturhistorische Museum Bern. Foto: NHM Bern.





